Vernetzungsplattform zum Thema Flucht

Newsletter № 164
11.07.2025


I.

Das Rückkehrzentrum Bürglkopf in Tirol ist eine Schande. Auf 1.300 Metern Seehöhe gelegen, etwa 2½ Stunden Fußmarsch vom nächsten Dorf entfernt, leben hier Geflüchtete in völliger Isolation.

Zuletzt wurde der Bürglkopf auch durch Filme bekannt – der Film „Bürglkopf“ von Lisa Polster wurde bei der Diagonale 2025 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Zum Screening des Films am Weltflüchtlingstag im Wiener Gartenbaukino – von ÖH und SOS Balkanroute veranstaltet – sind 700 Menschen gekommen.

In einer aktuellen Petition fordern mehrere Initiativen – u.a. SSWN – die sofortige Schließung dieser Bundesbetreuungseinrichtung. Wir bitten euch, diese Petition zu unterzeichnen.
Die „Initiative Bürglkopf schließen“ würde gerne wieder regelmäßige Besuchsdienste (1x/Monat) für die Menschen, die im Heim am Bürglkopf wohnen, organisieren. Aus diesem Grunde wäre es wichtig, dass sich Leute aus der Zivilgesellschaft finden, die es sich vorstellen können, alle paar Monate an solchen Besuchen teilzunehmen. Es gilt, die Isolation zu durchbrechen und mit Sachspenden und Gesprächen die Menschen dort zu unterstützen. Meldet euch im Falle direkt bei „Bürglkopf schließen“: buerglkopfschliessen@gmx.at

II.

In Innsbruck hat sich eine kleine Friedensgruppe gebildet, die einen monatlichen Friedensspaziergang veranstaltet. Immer am letzten Freitag des Monats wird – bei jeder Witterung – ein Stück gemeinsam gegangen und miteinander geredet – eine Möglichkeit zum Austausch. Die nächsten Termine: 25. Juli 2025 und 29. August 2025. Im Anhang ein Flyer mit Details zu diesen Spaziergängen.


III.

Ende 2024 waren weltweit 123 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Grafik aus dem „UNHCR Global Trends Report 2024“ (s.u.) zeigt die Steigerung recht deutlich. Sie zeigt auch, dass – wie in den Vorjahren – etwa 60% dieser Menschen im eigenen Land bleiben („Binnenvertriebene“). Die anderen 40% verlassen ihre Heimat, zwei Drittel davon bleiben jedoch in einem direkten Nachbarland – in einem Staat, der zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Menschen, die sich auf den Weg in ein reiches Land im Globalen Norden machen, bilden die mit Abstand kleinste Gruppe – und jedes Jahr sterben Tausende auf diesem Weg. Und ausgerechnet die reichsten Länder haben die größte Panik und verbarrikadieren sich in einer „Festung“...


IV.

Im wöchentlichen Newsletter von UNHCR Österreich finden sich immer wieder interessante Artikel, z.B. diese beiden, in denen es um legale und sichere Fluchtwege geht:

Around 1 million refugees access legal routes to safety and brighter futures over five years

Memorandum of understanding signed for labor pathways for refugees and stateless persons


Anhänge:

Friedensspaziergang.pdf