Vernetzungsplattform zum Thema Flucht

 Ein symbolträchtiges Foto

Innenminister Karl Nehammer (inzwischen Bundeskanzler) und Außenminister Alexander Schallenberg (inzwischen Alt-Bundeskanzler) besichtigen Grenzzäune. Es gab Zeiten, da sahen es Außenminister der ÖVP als ihre Aufgabe, Grenzzäune zu beseitigen.


Fotos: Valda Kalnina
Bernhard J. Holzner

Text: Der Standard

 



»Inzwischen gibt es 70 Grenzmauern auf der Welt – etwa fünfmal so viele wie 1989 als die Berliner Mauer fiel. Während damals der Wille zur Freiheit die Massen begeisterte und die Mauer zum Einsturz brachte, setzt sich heutzutage immer stärker der Wille zur Abschottung durch.

Der Mut von 1989 ist einer Angst vor 2015 gewichen


Auszug aus »Europa schafft sich ab«

von Erik Marquart



»Wir haben in Österreich einen Arbeitskräftemangel und werden im Gesundheits- und Sozialbereich Zuwanderung brauchen. Anders können wir das nicht lösen, es geht sich von der Demografie her schlicht und ergreifend nicht aus.«


Gesundheitsminister Johannes Rauch, 23.08.2022



»This is not who we are.«
von Präsident Barack Obama häufig verwendeter Satz

»So sind wir nicht.«
Bundespräsident Alexander van der Bellen, 18.05.2019



Umfrage zur Tiroler Landtagswahl

Gemeinsam mit sieben weiteren NGOs hat SO SIND WIR NICHT eine Umfrage unter denjenigen Parteien durchgeführt, die am 25.09.2022 zur Tiroler Landtagswahl angetreten sind.

Im Umgang mit geflüchteten Menschen sind die Tiroler Parteien durch eine strikte Trennlinie voneinander getrennt. ÖVP und FPÖ lehnen in völliger Übereinstimmung Maßnahmen ab, welche das Leben von Asylwerber_innen sichern und erleichtern würden.

Zugleich treten SPÖ, Grüne, Liste Fritz, Neos und KPÖ in gleicher Einhelligkeit für diese Maßnahmen ein, wozu etwa die Aufnahme von geflüchteten Menschen aus den griechischen Elendslagern, eine Arbeitserlaubnis während des Asylverfahrens, ein Schutz vor Abschiebung während der Absolvierung einer Ausbildung zählen.

Die in ihrer Eindeutigkeit doch überraschenden Antworten präsentieren wir nach eingehender Analyse nun in Form des Artikels Neun Fragen zur Asylpolitik.



Karawane der Menschlichkeit

In der neuen Live-Reportage Mit Hilfsgütern und Clowns an die Ränder Europas geben die beiden Reisefotografen Bruno Maul und Pascal Violo erstmals Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit als Helfer in unterschiedlichen Flüchtlingscamps an den Rändern Europas. Aktuell befinden sie sich auf Tournee durch Österreich und Süd-Deutschland.

Die beiden Stops in Tirol sind von SO SIND WIR NICHT organisiert worden:

28.09.2022 Kultur am Land Buch b. Jenbach

30.09.2022 • Haus der Begegnung Innsbruck



Maresi auf Lesbos

Maresi Benedik, Mit-Initiatorin von SSWN, war von 16.10. bis 13.12.2021, und dann noch einmal von 02.03. bis 03.04.2022 auf Lesbos, um mit der „Doro Blancke Flüchtlingshilfe“ zu arbeiten. Diese NGO wird durch ein kleines österreichisches Team getragen und von Volunteers, die selbst geflüchtet sind, wesentlich in ihrer Arbeit unterstützt.


Maresi Benedik (1.v.li.), Doro Blancke (3.v.li.) und Fayad Mulla (4.v.li.)


Maresi hat in dieser Zeit regelmäßig im SSWN-Newsletter über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit vor Ort berichtet:

Spendenkonto der „Doro Blancke Flüchtlingshilfe“: AT93 3842 0000 0002 7516



»Und nun fliehen die Ärmsten vor deinen Gewehren

Und du lässt sie ersaufen in verseuchten Meeren«


Textzeile aus »Schäm' dich Europa«

von Konstantin Wecker

(gesamter Liedtext hier)



Mit Stephanie Krisper nach Lesbos

Nicola Werdenigg, Franz Lamplmair (EU-Beobachter), Nikos Papakos (Camp-Leiter Kara Tepe), Stephanie Krisper, Doro Blancke und Johanna Hackl-Soldan vor dem Lager Kara Tepe 2


SSWN-Mitbegründerin Johanna Hackl-Soldan war im Mai 2021 mit einer kleinen österreichischen Delegation auf Lesbos. Ihre Eindrücke hat sie in einem kurzen Bericht zusammengefasst.

Im folgenden Video berichtet sie im Rahmen einer „we4moria“-Veranstaltung am Weltflüchtlingstag 2021 am Marktplatz in Innsbruck von ihren Erfahrungen auf dieser Reise und ihren Einsichten in das Flüchtlingslager Kara Tepe 2:

 


Der Barfußwanderer

Am 06.06.2021 hat Harald Purkart in Meiningen, der westlichsten Gemeinde Österreichs, seine Wanderung gestartet, die ihn in etwa einem Monat barfuß bis nach Wien geführt hat. Er hat Gleichgesinnte dazu eingeladen, einen Teil des Weges mitzugehen, „um Solidarität für die Menschen auf der Flucht und in den Lagern Griechenlands, Italiens und Bosniens zu bekunden“.


13.06.2021 Auf Etappe 8 zwischen Innsbruck und Gnadenwald,
im Hintergrund
Harald Purkart (barfuß und mit Hut)


 

Harald hat die 785 Kilometer bis Wien in 31 Tagen bzw. 170 Stunden reiner Gehzeit geschafft. Nach 1,2 Millionen barfuß zurückgelegten Schritten ist er am 08.07.2021 am Platz der Menschenrechte angekommen. Kurze Berichte sind z.B. im ARD-Weltspiegel und im ZackZack erschienen.

Aufgrund des Corona-Clusters im Untersuchungsausschuss hat die geplante Pressekonferenz mit NR-Abg. Stephanie Krisper abgesagt werden müssen, und auch der Empfang im Parlament hat leider nur in reduzierter Form stattfinden können – NR-Abg. Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne) hat ein knapp einstündiges Gespräch mit Harald geführt.


Im März 2020 haben Menschen, NGOs und andere Organisationen, die für Werte wie Menschlichkeit und Solidarität einstehen, »SO SIND WIR NICHT« gebildet. Die Vernetzungsplattform zum Thema Flucht mit Sitz in Tirol vertritt folgende Anliegen:

  • Bewusstseinsbildung über politische und ideologische Grenzen hinweg
  • Schaffen einer Gegenöffentlichkeit durch Medienkontakte und Öffentlichkeitsarbeit
  • Planung und Durchführung konkreter Aktionen

Das vordringlichste Anliegen der Plattform ist, die prekäre Situation an den EU-Außengrenzen, insbesondere in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln zu verbessern. Unser Ziel ist es, dass sich die österreichische Bundesregierung an der Aufnahme von Menschen aus diesen Lagern beteiligt.

Wir laden alle an dieser Idee interessierten Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen ein, sich unserer Plattform anzuschließen bzw. uns Termine und andere Informationen zukommen zu lassen, die wir gerne auf dieser Website und über unseren Newsletter veröffentlichen. Bitte dafür einfach das Kontaktformular verwenden.



Gina Disobey gewinnt mit Seeking Asylum Is Not A Crime den PSC 2021

Der Song thematisiert den Hungerstreik von Asylwerber_innen gegen die unmenschlichen Bedingungen im umstrittenen Tiroler Rückkehrzentrum Bürglkopf.

Die Zitate stammen aus Interviews, die Gina mit Geflüchteten selbst geführt hat.