Newsletter № 173
03.12.2025
I.
Unsere „Geburtstagsfeier" am 20.11.2025 im Treibhaus in Innsbruck mit etwa 110 Gästen war ein voller Erfolg!
Doro Blancke, Pero Rosandić und Pascal Violo (unterstützt von Bruno Maul) haben über ihre Arbeit direkt an den Außengrenzen der EU berichtet und aufwühlende Tatsachen über das illegale Vorgehen der EU-Behörden und die andauernden Menschenrechtsverletzungen auf den Tisch gelegt.
Markus Koschuh hat es geschafft, mit viel Fingerspitzengefühl die Übergänge zwischen den Referent_innen herzustellen, und mit überzeugender inhaltlicher Kompetenz zum Thema Migration und Menschenrechte durch den Abend zu führen.
Radio Diwanistan, eine Innsbrucker Band, die sich (teilweise) aus Musiker_innen zusammensetzt, die selbst geflüchtet sind, hat mit ihrem orientalisch angehauchten Repertoire dem Abend einen passenden Rahmen gegeben.
Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten, sowohl mündlich noch vor Ort im Treibhaus, als auch schriftlich in den Tagen danach – beispielhaft befinden sich zwei Rückmeldungen im Anhang. Und auch wir selbst haben viele bewegende Eindrücke mitgenommen – beklemmende und aufbauende – überwogen hat aber letztlich der kräftigende Spirit, der spürbar im Raum war, und den unsere Gäste mit nach Hause nehmen haben können.
Die Foto-Kollage im Anhang zeigt alle Menschen, die auf der Bühne aktiv waren (Dank an Bernhard Nicolussi fürs Fotografieren).
II.
Letzte Woche wurde in der Sendung „Radiokolleg" von Ö1 eine hochinteressante vierteilige Reihe mit dem Titel „Border Business – Das Geschäft mit Europas Grenzen" gesendet. In insgesamt knapp 140 Minuten zeichnen Franziska Grillmeier und Anja Troelenberg ein beängstigendes Bild der immer stärker werdenden Militarisierung der EU-Außengrenzen. Sie legen dabei das Hauptaugenmerk auf die vielen Akteur_innen, die davon finanziell profitieren – Geldbeträge in Milliardenhöhe fließen alljährlich in mehr oder weniger dubiose Taschen. Ich persönlich bin aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herausgekommen und habe mich immer wieder gefragt, was mit diesen riesigen Summen alles getan werden könnte, das den Geflüchteten selbst hilft bzw. ihre Integration in die Zielländer erleichtert.
Für alle, die die vier sehr empfehlenswerten Sendungen noch nicht gehört haben: Wir haben sie in unserem umfangreichen Medien-Archiv konserviert – ein guter Grund wieder einmal dort reinzuschauen!
Im Medien-Archiv findet sich auch eine topaktuelle Tirol-heute-Reportage zum Rückkehrzentrum Bürglkopf, die anlässlich eines neuerlichen Screenings des Films „Bürglkopf" in Anwesenheit von Regisseurin Lisa Polster im Innsbrucker Leokino entstanden ist.
III.
Das Projekt REMEMBERING 2015 des „Informations- und Monitoringzentrum für Migration und Integration in Tirol" (IMZ Tirol) neigt sich dem Ende zu – aber nur formal. Nach einem Jahr voller Veranstaltungen, Gespräche und kritischer Reflexion über das Erbe von 2015 findet das OPEN END am Montag, den 15. Dezember 2025, in der Bäckerei Innsbruck statt.
IV.
Europa zieht die Mauern hoch – mitten in einer humanitären Katastrophe. Der Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes" beleuchtet die drastischen Folgen der europäischen Abschottungspolitik und die Rolle Deutschlands in diesem Paradigmenwechsel.
Unbedingt ansehen – in ausgewählten Kinos – z.B. am kommenden Sonntag um 20 Uhr im Leokino in Innsbruck.
V.
Im „asyl aktuell 3/2025" unserer Partnerorganisation asylkoordination österreich sind 10 Personen, die 2015 nach Österreich geflohen sind, und 10 Organisationen, die damals entstanden sind, porträtiert worden. Darunter waren auch zwei Tiroler, und zwar Majed Altalaa und Ameer Alfuraiji, sowie die Tiroler Organisation MiM Miteinander im Mittelgebirge.
VI.
Eine ungewöhnliche Anfrage der „Assistenz24" in Wien an Menschen in Tirol:
Wir suchen Prozessbeobachter:innen für ein Aufenthaltsverfahren in Innsbruck!
Wir wollen ein faires Verfahren und DU kannst dabei helfen.
Wann: 11.12.2025 um 15:00
Wo: BVwG Innsbruck Saal 2
Was machen Prozessbeobachter:innen:
https://www.aktive-arbeitslose.at/aktionen/solidarische_prozessbeobachtung.html
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